Führerschein

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Auch unterhalb des Autoführerscheins gibt es einen Führerschein, der Ihnen erlaubt, ein wettergeschütztes Fahrzeug zu fahren.

Seit 1. Februar 2005 gibt es in Deutschland eine neue Führerscheinklasse:

Klasse S

(in Klasse 5/M vor 1989 enthalten, s.u.)

Anforderungen:
  • Mindestalter: 16 Jahre (ohne Altersbeschränkung)
  • Sehtest
  • Erste-Hilfe-Kurs (Sofortmaßnahmen am Unfallort)
  • Positive Rückantwort des Kraftfahrtbundesamt in Flensburg (Verkehrssünderkartei)
Ausbildung:
  • Theorie: 6 Doppelstunden und 1 Sonderthema (wie Klasse B)
  • Praxis:    Wahlweise Fahrlehrer im Leicht-Kfz oder im hinterherfahrenden PKW

  •                  keine Mindeststundenanzahl
                     keine Sonderfahrten
                          keine Autobahnfahrt
                          keine Nachtfahrt
                          keine 4-stünd. Belastungsfahrt
Prüfung:
  • Theorie: Weniger Fragen als aber gleicher Prüfungsstoff wie Klasse B
  • Praxis:
    • Dauer:                     30 Minuten
    • Prüfungsinhalte:    Fahrt im normalen Verkehr

    •                                   Vollbremsung
                                        Wenden (rückwärts), unter Ausnutzung einer Einfahrt
    • Prüfungsfahrzeug: vierrädriges Leicht-Kfz mit mind. 40 km/h (Quad oder Mopedauto)
    • Prüfungsfahrt:        Fahrschüler auf / in Leicht-Kfz

    •                                   Fahrlehrer und Fahrprüfer im hinterherfahrenden PKW
                                        Sprechverbindung über Funk (wie bei Moped-Ausbildung)

Fahrschulausbildung

  • Jede Fahrschule hat die Berechtigung die Klasse S auszubilden.
  • Jede Fahrschule hat die Möglichkeit die Theorie in Klasse S (zusammen mit Klasse B) auszubilden.
  • Die Theorie-Prüfung kann ohne ein Fahrzeug zu benötigen absolviert werden.
  • Die Durchfallquote für die praktische Prüfung bei Klasse S (13%) ist deutlich geringer als beim Autoführerschein (Klasse B: 32%). Der Kauf eines eigenen Leicht-Kfz um die Fahrstunden und die praktische Prüfung zu absolvieren ist damit nahezu risikolos.
  • Wenn Sie Ihr eigenes Fahrzeug benutzen ist keine teure Zusatzversicherung und keine Doppelpedale notwendig.

Wenn Sie die Klasse S machen wollen, um sich ein Fahrzeug zu kaufen und damit zu fahren, dann empfehlen wir
   1.  Anmelden beim Führerscheinbüro (Passfoto mitnehmen)
   2.  Theorie-Ausbildung besuchen
   3.  Theorie-Prüfung machen
   4.  Fahrzeug kaufen
   5.  Fahrstunden und Fahrprüfung im eigenen Fahrzeug machen

Historie

In Deutschland gab es vor dem 1.12.1954 eine Führerscheinklasse (Klasse 4), die erlaubte, Autos und Motorräder bis 250 ccm zu führen. Zu dieser Zeit waren Kleinwagen wie Goggo, Messerschmidt Kabinenroller, Isetta uvm. sehr beliebt. Diese Fahrzeuge wurden mit ihren 250 ccm-Motoren speziell für diese Führerscheinklasse hergestellt. Die heutigen Leicht-Kfz sind sozusagen die modernen Goggo-Mobile.

Für Alt-Führerscheinbesitzer (vor 1.12.1954) wurde die Hubraumbegrenzung für die Nicht-Zweiräder in den 80er Jahren auf 700 ccm angehoben.

Zum 1.12.1954 wurde für neu erworbene Zweirad-Führerscheine der Hubraum bei Nicht-Zweirädern auf 50 ccm festgesetzt. Doch wer mit einem Fahrzeug mit 50 ccm-Motor den Berg nicht hoch kam durfte auch ein Fahrzeug mit hubraumstärkerem Motor verwenden, der bauartbestimmt auf 25 km/h ausgelegt sein mußte. Für Inhaber alter Fahrerlaubnisse gilt die Besitzstandswahrung (siehe unten).

Diese Regelung wurde zum 1.1.1989 aus dem Führerscheingesetz gestrichen und statt dessen eine Führerschein Klasse 5 neu eingeführt, mit der Krankenfahrstühle mit 2 Sitzen und maximal 30 km/h gefahren werden durften.

Ab 1.1.1999 wurde dann eine Neuregelung für Krankenfahrstühle mit 1 Sitz und 25 km/h in die Mofa-Prüfbescheinigung integriert, welche zum 1.9.2002 erneut geändert wurde. In der Regelung vom 1.1.1999 ließ ein Schreibfehler beide Annahmen zu, ob für vor 1.4.1965 geborene eine Mofa/Krankenfahrstuhl-Prüfbescheinignung erforderlich wär oder nicht. Krankenfahrstühle mit 10 km/h sind definitiv prüfbescheinigungsfrei.

Für Fahrzeuge mit Eintragung "Krankenfahrstuhl" von vor dem 1.9.2002 gilt die Besitzstandswahrung:
        freie Motorenwahl, Leergewicht 300 kg sowie
  • vor 1.1.1999:                       1 oder 2 Sitze, 10 oder 25 oder 30 km/h
  • 1.1.1999 bis 30.6.1999:    1 oder 2 Sitze, 10 oder 25 km/h
  • 1.7.1999 bis 31.8.2002:    1 Sitz, 10 oder 25 km/h

Ab dem 1.9.2002 dürfen neu hergestellte Krankenfahrstühle dann nur noch 1,1 m breit sein und müssen elektrisch angetrieben sein mit einem Leergewicht von 300 kg incl. Batterien und maximal 15 km/h. Diese sind prüfbescheinigungsfrei.

Die Führerscheinkommission der Bundesrepublik Deutschland hat bei der Umsetzung der II. EG-Führerschein-Novelle zum 1.1.1999
  • weder die Klasse B1 für leichte vierrädrige Kraftfahrzeuge mit 4 Sitzen und 15 kW
  • noch eine Regelung für vierrädrige Leicht-Kfz mit 2 Sitzen und 45 km/h
unterhalb des Autoführerscheins (Klasse B) vorgesen.

Während die Klasse B1 in der II. EG-Führerschein-Novelle als freiwillig einzuführen bezeichnet ist, die vierrädrigen Leicht-Kfz aber nicht erwähnt wurden, war die Forderung des Autoführerscheins (Klasse B) durch die Führerscheinkommission der Bundesrepublik Deutschland jedoch zu hoch.

Durch die Klage der Vereinigung der Leicht-Kfz-Hersteller vor der europäischen Kommission in Brüssel wegen des daraus resultierenden Handelshemmnisses war die Bundesrepublik Deutschland gezwungen eine Führerscheinregelung unterhalb des Autoführerscheins einzuführen.

Zum 1.2.2005 ist der Führerschein Klasse S eingeführt worden.

Erweiterung für Alt-Besitzer

Führerscheininhaber eines alten Zweirad- oder Traktorführerscheins erhalten die Klasse S auf Antrag zusätzlich eingetragen:
  • Klasse 5, abgelegt vor 1.1.1989
  • Klasse M, abgelegt vor 1.1.1989
  • Klasse T, abgelegt nach 1.1.1999
Nach Eintragung der Klasse S sind die o. g. Alt-Führerschein-Besitzer berechtigt vierrädrige Leicht-Kfz mit 2 Sitzen und 45 km/h zu fahren.

Alte Mopedschein-Regel bleibt

Die alte Regelung der Führerschein Klasse 5 oder M von vor 1.1.1989 bleibt erhalten:
  • entweder: 50 ccm ohne weitere Begrenzung, z. B. Barooder 50 mit 2 oder 4 Sitzen und ca. 60 km/h
  • oder:          bauartbestimmt° 25 km/h ohne weitere Begrenzung, z. B. Barooder D mit 4 Sitzen und 25 km/h
° Das Drosseln eines Normal-PKW wurde im Jahre 2000 vom Landgericht Brandenburg als nicht bauarbestimmt angesehen. Das Drosseln kann eher als bauartbedingt verstanden werden. Auf dieses Gerichtsurteil hin wurden in Bundesländern mit hoher Population von gedrosselten Normal-PKW Ausnahmegenehmigungen an die Besitzer eines auf 25 km/h gedrosselten Normal-PKW, die das Fahrzeug vor dem Bekanntwerden des Brandenburger Urteils gekauft haben, ausgegeben. Diese Ausnahmegenehmigungen enthalten z. T. örtliche (z. B. gültig: nur im eigenen Bundesland, nicht auf Bundesstrassen, nur im Umkreis von 50 km vom Wohnort). und / oder zeitliche Beschränkungen (z. B. gültig: nur 2 Jahre, nur zu bestimmten Tageszeiten).

Wer nach Ende 2000 einen auf 25 km/h gedrosselten Normal-PKW kauft, wird i. d. Regel von der Zulassungsstelle darauf aufmerksam gemacht, daß gedrosselte Fahrzeuge nur mit dem Auto-Führerschein gefahren werden dürfen. Die Zulassungsstellen haben Anweisung die Zulassung des Fahrzeuges zu verweigern, weil angenommen wird, dass das Fahrzeug mit dem Zweiradführerschein gefahren werden soll.

Der Barooder Diesel mit 4 Sitzen und 25 km/h wird mit bauartbestimmter Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h geliefert. Er unterliegt keiner örtlichen oder zeitlichen Beschränkung.

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